Die spektakulärsten Underdog-Siege der Tennis-Geschichte

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In der Tennis-Geschichte ist es immer wieder vorgekommen, dass der absolute Außenseiter dem schier übermächtigen Kontrahenten den Sieg abringen konnte. Das ist kein Phänomen der Vergangenheit, sondern fand auch in Turnieren der letzten Jahre statt. Viele Underdog-Tennisspieler ziehen aus solchen Geschichten Kraft für ihre Karrieren und Turniere. Dieser Artikel stellt fünf besondere Fälle vor.

Außenseiter-Siege beim Tennis kommen vergleichsweise oft vor

Der Ausgang von Tennismatches ist zugleich einfach und kompliziert vorauszusagen. Einerseits sind Vorhersagen leicht, da lediglich zwei Personen (beziehungsweise 4 beim Doppel) zu berücksichtigen sind. Somit nehmen deutlich weniger Faktoren Einfluss auf den Ausgang eines Spiels als bei Mannschaftssportarten. Auf der anderen Seite sind Voraussagen schwieriger, weil es immer wieder Underdog-Siege gibt. Oft hängt es von der Tagesform eines Spielers ab, wie ein Spiel im Einzelnen und ein Turnier als Ganzes endet.

Diese Tatsache wirkt sich auf die Gewinnwahrscheinlichkeiten beim Tennis aus. Dass ein Underdog einen Sieg davonträgt, passiert bei dieser Sportart häufiger als man im ersten Moment annehmen würde. Selbst exzellente Spieler erreichen nämlich üblicherweise höchstens eine Siegquote von 80%-85%. Das bedeutet, dass etwa alle 8-9 Spiele eine Niederlage hingenommen werden muss. Das geschieht natürlich nicht immer völlig überraschend; manchmal aber schon. Wer Tennisturniere und einzelne Spiele genau analysiert und sich mit den verschiedenen Spielern exzellent auskennt, kann somit gut einschätzen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Niederlage zu einem bestimmten Termin eintritt, und beispielsweise bei bet-at-home erfolgreiche Sportwetten platzieren. Trotzdem sind Underdog-Siege immer etwas Besonderes und gehen nicht selten in die Tennisgeschichte ein.

Die Australian Open 1976

Bei den Australian Open 1976 ereignete sich eine sportliche Sensation. Mark Edmondson gewann das Turnier, obwohl er lediglich auf Platz 212 der Weltrangliste stand. Außerdem war er lediglich 21 Jahre alt und nahm erst zum dritten Mal an einem großen Turnier teil. Seither hat es niemals wieder einen Spieler gegeben, der einen niedrigeren Platz auf der Tennis-Rangliste einnahm, dem es gelang, einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Mark Edmondson ist somit definitiv in die Tennis-Geschichte eingegangen.

Mit seinem Sieg 1976 hat Edmondson aber noch weitere Rekorde aufgestellt. So war er der letzte Australier, der sich den Sieg bei den Australien Open sichern konnte. Allerdings war es ihm in den insgesamt 13 Jahren seiner Karriere nicht möglich, einen weiteren Sieg dieser Art einzufahren. Seine Geschichte bleibt somit ein unvergessener Underdog-Sieg, der zeigt, dass Leidenschaft und Begeisterung gelegentlich bedeutsamer sind als eine Platzierung in der Weltrangliste.

Die French Open 1989

Bei den French Open 1989 gewann Michael Chang mit gerade 17 Jahren als jüngster Spieler der Welt einen Grand-Slam-Titel. Er war zwar in der Szene bekannt und mit Platz 15 der Setzliste auch keiner der Schlechtesten, dennoch war es für alle eine Überraschung, dass ein so junges Talent einen Grand-Slam-Titel gewinnen konnte. Dass dieser Underdogs-Sieg etwas Besonderes war, zeigt sich auch daran, das Chang niemals wieder einen anderen Grand-Slam-Sieg davontragen konnte.

Während der French Open 1989 hat Michael Chang viel Herz und Engagement bewiesen. So lag er in der vierten Runde des Turniers bereits mit zwei Sätzen gegen den damaligen Weltranglistenersten Ivan Lendl zurück. Dennoch schaffte er es, sich zurückzukämpfen und den Sieg einzufahren. Auch das Viertel- und Halbfinale meisterte er grandios und setzte sich im Finale gegen Stefan Edberg durch. Bis heute ein unvergesslicher Moment für Tennisfans auf der ganzen Welt.

Die US Open 1991

Bei den US Open 1991 indes sorgte Jimmy Connors für Furore. Schließlich war er seinerzeit bereits 39 Jahre alt und gehörte somit zu den „alten Eisen“ im Tennissport. Seine erfolgreichsten Jahre lagen in den 70ern und 80ern, danach hatte er mit Verletzungen und altersbedingten Problemen zu kämpfen. Das zeigte sich bei seinem dürftigen Abschneiden bei Wimbledon und den French Open 1991.

Während der US Open bewies Jimmy Connors jedoch, warum er eine so lange und erfolgreiche Karriere hingelegt hatte und ließ seine einzigartigen Fähigkeiten in gehobenem Alter noch einmal aufblitzen. Er war voll bei der Sache, konzentriert und zeigte sein ganzes Können. Das brachte ihm zahlreiche Siege während des Turniers ein, sodass er sich ins Halbfinale spielte. Hier musste er sich dann allerdings Jim Courier geschlagen geben. Diese Geschichte ist für ältere Sportler, die mit Verletzungen zu kämpfen haben, bis heute eine Motivation, weiterzumachen und sich durchzusetzen.

Wimbledon 2001

Einer der erstaunlichsten Underdog-Siege der Tennisgeschichte fand 2001 im Tennismekka Wimbledon statt. Hier nahm Goran Ivanisevic mit einer Wildcard teil. Er hatte in seinem Leben das Wimbledon-Finale zwar bereits dreimal erreicht, musste sich jedoch seinen Gegnern immer geschlagen geben. Deswegen gingen Beobachter davon aus, dass seine Blütezeit bereits vorbei sei und er kein großes Turnier mehr gewinnen würde.

Ivanisevic belehrte sie eines Besseren. Er konnte sich gegen namhafte Gegner wie Carlos Moya oder Andy Roddick durchsetzen und besiegte im Finale Patrick Rafter. Dies war jedoch keine leichte Aufgabe, da er sich den Sieg mit 6-3,3-6, 6-3, 2-6 und 9-7 hart erkämpfen musste. Seither ist es keinem Spieler mehr gelungen, mit einer Wildcard ein großes Turnier gewinnen.

grastennis

US Open 2015

Serena Williams gehört zu den ganz Großen im Tennissport. Das galt bereits 2015, als sie die US-Open dreimal in Folge gewonnen und auch bei allen anderen großen Turnieren 2015 geglänzt hatte. Dementsprechend war sie die große Favoriten, als sie im Halbfinale auf die 34-Jährige Roberta Vinci aus Italien traf. Vinci stand auf Platz 43 der Rangliste und die meisten gingen davon aus, dass sie Serena Williams unterlegen sein würde.

Vinci kämpfte jedoch mit großer Leidenschaft, bewies ihr großes Tennistalent und schlug Serena Williams mit 2-6, 6-4 und 6-4. Im Finale traf sie dann auf ihre Landsfrau Flavia Pennetta, der sie sich mit 6-7 und 2-6 geschlagen geben musste. Dennoch gilt Vincis Sieg gegen Serena Williams als ein absolutes Highlight der Tennisgeschichte und als klarer Underdog-Sieg.

Fazit

Underdog-Siege treten im Tennis vergleichsweise häufig auf. Das liegt insbesondere daran, dass es bei diesem Sport stärker auf die Tagesform ankommt als bei Teamsportarten, wo eine schlechte Form des Einzelnen durch die restlichen Spieler kompensiert werden kann. Außerdem können Sportler durch Engagement und Leidenschaft technische Unzulänglichkeiten wettmachen. Die Tennisgeschichte hat viele Underdog-Siege zu bieten, bei denen besonders junge, alte oder schlecht gesetzte Spieler große Turniere gewinnen konnten. Diese Geschichten inspirieren Sportler aller Generationen und helfen ihnen dabei, sich in Situationen zu motivieren, in denen sie als Underdog gelten.

Underdog-Siege treten im Tennis vergleichsweise häufig auf. Das liegt insbesondere daran, dass es bei diesem Sport stark auf die Tagesform ankommt. Außerdem können Sportler durch Engagement und Leidenschaft viel wettmachen, was ihnen technisch fehlt. Die Tennisgeschichte hat viele Underdog-Siege zu bieten, bei denen besonders junge, alte oder schlecht gesetzte Spieler große Turniere gewinnen konnten. Diese Geschichten inspirieren Sportler aller Generationen und helfen ihnen dabei, sich in Situationen zu motivieren, in denen sie als Underdog gelten.

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